Reise blog von Travellerspoint

COCOS (KEELING) ISLANDS

Ein echtes Paradies!

sunny 30 °C
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Die Cocos (Keeling) Islands sind ein hufeisenfoermiges Korallenatoll bestehend aus 27 Inseln, davon zwei bewohnt, mitten im Indischen Ozean, 2780 km nordwestlich von Perth, Westaustralien. Naechster Nachbar ist Christmas Island, 900 km in oestlicher Richtung entfernt. Beides sind australische Exterritorialgebiete und liegen naeher an Suedostasien als am Heimatkontinent Australien. Auf Cocos leben 600 Menschen, etwa 150 weisse Australier (auf West Island) und etwa 450 Kokos-Malayen (auf Home Island). Die Temperaturen liegen immer um die 30 Grad und es herrschen tropische Bedingungen mit 84% Luftfeuchtigkeit. Das faellt als erstes auf, wenn man nach etwa sechs Stunden aus dem Flieger von Perth steigt. Praktischerweise ist unser Hotel gleich gegenueber vom Flughafen (oder sagen wir mal, Flugplatz), so dass man gleich mit dem Gepaeckwagen bis zum Zimmer rollen kann und diesen dann einfach bis zur Abreise dort stehen laesst. Zehn Meter entfernt ist das Meer. Wie der Name der Inselgruppe vermuten laesst, saeumen den weissen Korallenstrand Kokospalmen ohne Ende. West Island, wo wir wohnen, ist 14 km lang und etwa 500 m breit. Es gibt hier einen Supermarkt, Post, Schule, ein Cafe, ein Restaurant, eine Kneipe (mit Duty Free Alkohol), eine Bankfiliale und ein Visitors Centre, dazu eine Meteorologenstation, ein Wasserwerk und eine Autowerkstatt. Per Bus und Faehre gelangt man nach Home Island, sechs Kilometer entfernt auf der anderen Seite der Lagune. Man ahnt es schon: das Leben hier ist mehr als entspannt! Ein Highlight ist der Besuch von Direction Island, ebenfalls auf der anderen Seite der Lagune, wo es den einzigen 'richtigen' Schwimmstrand der Inseln gibt und ein tolles Schnorchelgebiet, The Rip genannt. Das ist ein kleines Riff, das gleich neben der Insel fuenf Meter tief abfaellt. Man sieht hier so viele tropische Fische, unglaublich! Nur beim Schnorcheln! Grosse Papageienfische von 60 cm Laenge, klitzekleine neonfarbene Aquariumfische, transparente Schwaerme, inmitten derer man sich ploetzlich wiederfindet - unfassbar! Da eine gewisse Stroemung herrscht, kommt man sich vor, als triebe man auf einem Fliessband durch ein riesiges Aquarium. Und das Wasser ist so transparent, die visibility perfekt, man kommt einfach aus dem Staunen und Schwaermen nicht mehr heraus! Highlight sind aber die drei Weissspitzenriffhaie, die wir sehen. Zwei von ihnen schlafen auf dem Meeresgrund, einer patroulliert. Sie sind als nicht aggressiv bekannt, aber wenn so ein Teil auf dich zuschiesst (wie Michi es passiert), wird es dir trotzdem ein bisschen mulmig! Er hat den Hai dann einfach angeschrien - unter Wasser und mit Schnorchel im Mund vielleicht nicht ganz so beeindruckend, aber immerhin ist noch alles an ihm dran! Und so verbringen wir die Tage mit Schnorcheln, Fahrrad fahren und Insel erkunden. Die Farben der Lagune bei Sonne sind beaengstigend schoen, so etwas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Das Meer schillert in allen Farben, von weiss ueber hellblau und hellgruen bis zu einem tiefen dunkelblau. Und das Beste ist: wir sind eigentlich immer allein am Strand! Boese aussehende robber crabs, eine grosse Landkrabbe, raschelt durchs Unterholz aus abgefallenen Palmwedeln und Kokosnuessen, ueber den Strand huschen flinke ghost crabs mit spitzen Fuehlern und beeindruckenden Scheren. Einsiedlerkrebe hinterlassen ihre seltsamen Spuren auf den no footprint beaches, durchs flasche Wasser wedeln bei Ebbe Baby-Schwarzspitzenhaie. Ein gefaehrlicher lion fish versteckt sich in einer Korallenhoehle, ein Meter lange puffer fish schwimmen traege durch kleine rock pools. Mit ihren riesigen seitlich sitzenden Augen, klobigen Koepfen und immer leicht geoeffneten Lippen sehen sie irgendwie duemmlich aus. Im Dunklen sieht man im Scheinwerferlicht des Faehranlegers maechtige Meeresschildkroeten und irgendwo da draussen muessen auch riesige Mantarochen sein (die wir leider nicht sehen). Aber es ist trotzdem wunderschoen hier! Darum sind wir auch nicht besonders traurig, dass unser Flugzeug nicht wie geplant am Mittwoch, sondern wegen schlechten Wetters auf Christmas Island erst eine Tag spaeter fliegt. Es gibt wahrlich schlimmere Orte zum Stranden! So kommen wir in den Genuss eines leckeren malayischen Abendessens auf Home Island und einem halben Tag purer Erholung mehr!
Jetzt sind wir wieder zurueck in Perth und muessen uns erst einmal wieder umgewoehnen! Aber wir tun unser Bestes, indem wir einfach ein grosse Runde durch den Kings Park drehen und mit Rainbow Lorikeets und Kakadus immerhin noch ein bisschen Natur erleben, obwohl wir jetzt wieder in der Stadt sind. Und morgen heisst es dann schon wieder Abschied nehmen von Down Under und allen seinen magischen Orten! Bis bald im kalten Deutschland!

Eingestellt von gisi 04.02.2010 04:10 Archiviert in Australien

KALGOORLIE UND WAVE ROCK

Von Goldfeldern und Granit

sunny 36 °C
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Wir verlassen den Suedosten des Suedwestens und fahren nach Norden. Ploetzlich fehlt der staendige Begleiter der letzten zwei Wochen: der Wind. Es wird dadurch auch heisser, die Erde wird staubiger und roter. Wir sind die Einzigen, die an diesem Tag von der Kueste wegfahren, alle anderen haben sie zum Ziel. Am 26. Januar ist Australia Day, und da verbringt man gerne ein langes Wochenende am Strand. Unser Ziel heisst Norseman, ein kleiner ehemaliger Goldgraeberort, dessen Boom lange vorbei ist. Die Sehenswuerdigkeiten beschraenken sich auf einen Lookout und zwei Denkmaeler: eine Gruppe lebensgrosser Kamele, aus tin, und ein Pferd, aus Bronze, Namensgeber der Stadt. Denn just dieses Pferd lahmte ploetzlich, als sein Besitzer vor nunmehr 120 Jahren nach einer Ruhepause wieder aufsitzen wollte, und der Grund dafuer war ein Goldklumpen, in den das arme Tier getreten war und der nun im Huf steckte. Und so setzte der Goldrausch ein! (Ein goldenes Denkmal war aber wohl trotzdem zu teuer...) Die Gegend rund um Norseman und weiter noerdlich heisst noch heute "goldfields region", und tatsaechlich sind nicht alle Orte ohne bergmaennische Beschaeftigung. In Kalgoorlie befindet sich eine der groessten Tagebau-Minen der Welt, die Super Pit - hier werden pro Jahr immer noch 800.000 Unzen Gold abgebaut. Gigantische LKW und Bagger operieren in der Grube, vom Super Pit Lookout sehen die gebaeudehohen Fahrzeuge dennoch aus wie Spielzeugautos. Auf einer Tour in die Grube kommen wir den Monstern sehr nah - und man muss sagen, das alles sind einfach monstroese Dimensionen, die Grube selbst natuerlich auch. Weiteres Highlight eines Besuchs in Kalgoorlie ist eine Puff-Tour. Immerhin steht hier das aelteste, seit ueber 100 Jahren durchgaengig in Betrieb befindliche Bordell Westaustraliens (zum Glueck nicht mit demselben Personal)! Es gibt hier uebrigens noch sehr schoene Haeuser aus der Jahrhundertwende, alle schick zurechtgemacht, und auf dem Mittelstreifen der Hauptstrasse erfreut mattes Gruen das Auge - Kunstrasen. Wasser gibt es hier nicht, alles, was da ist, ist sechs Mal salzhaltiger als das Meer, und so wird Frischwasser aus einer - natuerlich ebenfalls ueber 100 Jahre alten - Pipeline aus dem 600 km fernen Perth hierher geleitet. An dieser Pipeline entlang geht es fuer uns nach dem Besuch der Wuestenmetropole Kal (uebrigens mit knackigen Temperaturen von 41 Grad) wieder Richtung Westen, bis in den kleinen Ort Hyden. Hier steht eine aussergewoehnliche Granitformation, Wave Rock, sozusagen mitten in der Landschaft herum. Nein, das Ding ist nicht aus Trotz versteinert, weil ich zu untalentiert zum Surfen bin! Es steht tatsaechlich schon seit 2700 Millionen (!) Jahren da und dient jaehrlich 130.000 Menschen als Fotoobjekt. Respekt!Mindestens ebenso viele Fliegen benutzen jeden von uns als Start- und Landebahn, das macht den Besuch hier etwas laestig. Aber die Begegnung mit der einheimischen Tierwelt ist einfach immer wieder ein Erlebnis! Ueberall im Land wird der Australia Day uebrigens mit grossen Feierlichkeiten und Feuerwerk gefeiert. In Hyden besteht das Zugestaendnis an den australischen Nationalfeiertag darin, dass sich die Gaeste des einzigen Hotels am Platz ihr Abendessen selber grillen duerfen! Ein fair dinkum Aussie barbie - what a bummer! Wer uns kennt, weiss, wie sehr wir uns darueber freuen. Als wir uns schliesslich wieder Perth naehern, stellen wir fest, dass wir ziemlich lange nicht mehr in der Zivilisation waren. Hier gibt es ploetzlich so viele Autos, Haeuser, Verkehrslaerm. Und statt 190 Einwohnern wie im beschaulichen Hyden ploetzlich 10.000 Mal mehr Menschen! Dafuer gibt es hier wieder Strand, vernuenftiges Essen und frisches, echtes Gruen! Unsere Rundreise durch den Suedwesten war wirklich vielfaeltig, mit den unterschiedlichsten Landschaften und Eindruecken gespickt. Aber dafuer haben wir ja auch in drei Wochen 4200 km zurueckgelegt!

Eingestellt von gisi 28.01.2010 03:52 Archiviert in Australien

VON ALBANY NACH ESPERANCE

Berge und Meer

sunny 42 °C
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Das Thermometer verwoehnt auch den Suedwesten mit ungewoehnlich hohen Temperaturen. 39 Grad auf der Anzeige, als wir im William Bay NP ankommen. Shelley Beach gehoert zu den schoensten Straenden der Umgebung - und liegt voellig einsam vor uns. Nur ein paar Camper, von denen aber nichts zu sehen ist. Wir haben die kleine weisse Bucht und die herrlich erfrischenden Wellen also ganz fuer uns allein! Mehr als eine Stunde am Strand sollte man seiner Haut aber nicht antun, die Sonne ist hier so intensiv wie vermutlich nirgendwo sonst auf der Welt. Die Kuestenlandschaft bleibt sich selbst treu: gruen, blau, tuerkis, weiss - das sind die vorherrschenden Farben. Ein weiterer Strand steht dennoch auf unserer Liste: Mission Beach, ein ebenfalls fast menschenleerer Traum von einem Strand. Eine riesige Granitschraege reicht bis ins Wasser, voellig unwirklich, hier zu schwimmen. Albany selbst ist trotz seiner Groesse ein verschlafenes Nest, wie ausgestorben - oder auch toter als tot. Im Prinzip gibt es nicht viel mehr zu sehen als das, was wir schon gesehen haben. Eine zweite Nacht hier lohnt nicht, zumal sich ein Wetterumschwung ankuendigt und dicke Wolken aufziehen. So fahren wir weiter ins Gebirge hinein, zuerst in den Porongurup NP, einen selten besuchten kleinen Nationalpark mit spektakulaeren Granitformationen, die wir bei einer Buschwanderung erkunden. Weiter im Landesinnern, durch karges Land, der Stirling Range NP, dessen ueber 1000 Meter hohe Berge sich abrupt aus der flachen Landschaft erheben. Hier wachsen kleine schrumpelige Eukalypten und im Fruehling bluehen Hunderte von Orchideen - von den 80 der hier vorkommenden Arten kommen 70 wirklich NUR HIER vor - aber es ist Sommer und alles verblueht und grau. Wie schade! Zumindest erspart uns das das Besteigen der steilen Gipfel. Wir fahren Hunderte von Kilometern durch Weideflachen gross wie deutsche Bundeslaender, mit graugelbem Gras und Schafen in ebensolcher Farbe bedeckt. Keine Ahnung, wie die Viecher an was zu trinken kommen. Hier kommt uns fast kein Auto mehr entgegen, stattdessen stehen Kaengurus am Strassenrand und Scharen von unvorsichtigen Papageien flattern immer wieder knapp vor uns ueber die Strasse. Endstation an diesem Tag ist die Ortschaft Ravensthorpe, die aus einem Motel samt Kneipe, einem Supermarkt, der gleichzeitig Baumarkt und Klamottenladen ist und ein paar Haeusern besteht. The Last Frontier sozusagen, aber mittendrin. Der bewoelkte Himmel haelt an, als wir schliesslich in der Kuestenstadt Esperance ankommen, weit weg von ueberall, aber dafuer mit den schoensten Straenden der Welt gesegnet. Eine 40 km lange Route, der Great Ocean Drive, fuehrt von einer traumhaften Bucht zur anderen, an den Farben kann man sich wie immer nicht satt sehen und es gibt die herrlichsten Ausblicke. Man hat nur einen Wunsch: sich in dieses Wasser zu stuerzen! Das tun wir natuerlich auch, denn tags darauf knallt die Sonne wieder. Bei einer kleinen Schiffsrundfahrt sehen wir Seeloewen, Seeadler und Pelzrobben. Und im Cape Le Grand NP entdecken wir die schoenste Bucht ueberhaupt, die es mit der viel gepriesenen Lucky Bay auf jeden Fall aufnehmen kann. Dort verbingen wir einen halben Tag mit sonnen, Frisbee spielen und im kristallklaren Wasser schwimmen. Aber nach einem Aufstieg auf den sehr steilen, wenn auch nur 260 m hohen Frenchman Peak haben wir uns das auch redlich verdient! Der einzige Wermutstropfen: Leider gibt es hier keine Possums, mit denen wir uns nach dem abendlichen Kochen in unserer Unterkunft um den Loeffel streiten koennten!

Eingestellt von gisi 25.01.2010 02:51 Archiviert in Australien

Budget accommodation in Australien

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IM SUEDWESTEN

Von Rochen, Riesenbaeumen und rauer Kueste

sunny 36 °C
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Von Freo die Kueste runter nach Sueden. Das ist alles auch fuer mich Neuland. Unfassbar lange, weisse Sandstraende, die jetzt in der Ferienzeit zwar ueberall gut besucht, aber trotzdem nie ueberfuellt sind - es gibt einfach zu viele! Die Ortschaften sind verschlafene Nester, nur auf den Campingplaetzen scheint die Hoelle los zu sein. In Busselton kreischen auf einem Zwischenstopp riesige Kakaduschwaerme ueber uns, ein unglaubliches Schauspiel. Wir erreichen das Cape Naturaliste, eine Landspitze, die in den Indischen Ozean hineinragt und in der Saison ein guter whale watching spot ist. Leider sind wir dafuer zu spaet, denn die Wale ziehen hier zwischen September und Dezember vorbei, Suedliche Grauwale, Buckelwale und sogar Blauwale! Wir gehen eine Stunde wandern durch das graugruene Mulga-Gestruepp und treffen keine Menschenseele! Die Stille hier ist faszinierend, man hoert tatsaechlich an einer windstillen Stelle die Schmetterlinge mit den Fluegeln schlagen. Der Himmel ist von einem perfekten Blau, das Meer von weissen Schaumkronen gekraeuselt, dazu die weissen Straende und das gruene Land (wo es nicht verbrannt ist) - man kann sich nicht satt sehen! Sehr nett ist es in der Region um Margaret River, einer Weinbaugegend. Hier machen wir eine "winery tour" mit (die Rotweine sind deutlich besser als die Weissweine!) und treffen am Strand beim Schwimmen einen echten Berner Sennenhund! Ein weiteres Highlight: an einem Strand in Hamelin Bay schwappen stingrays - Stachelrochen - im seichten Wasser. Sie sind ganz zahm und lassen sich streicheln! Natuerlich lasse ich es mir nicht nehmen, die riesigen "fliegenden Teppiche" zu kraulen (meiner ist 1,5 mal 1 m gross!). Es fuehlt sich weich und fest und ein bisschen schleimig an. Aber suess! Am suedwestlichen Ende Australiens, am Cape Leeuwin, treffen der Indische Ozean und der Southern Ocean aufeinander. Man wird zwar fast weggeblasen, aber auch hier wieder eine sensationell beeindruckende Landschaft! (@ Mama: Ich fotografiere ganz viel und hoffe, dass die Dias schoen werden!) Dann Landschaftswechsel: rund um Walpole stehen die riesigen Karri-Waelder, Eukalypten, die bis zu 60 Meter hoch werden. Es ist vollkommen unwirklich, mit dem Auto durch diese Baumriesenwaelder zu fahren. Die riesigen weissen Staemme, wohin das Auge schaut! Mehrere dieser Riesen kann man erklimmen, sie dienten frueher als "fire trees", waren als hoechste Baeume ein Ausguck fuer die Feuerwehrleute, um fruehzeitig Waldbraende zu entdecken. Da nur eine primitive Eisensprossenleiter in unangenehmem Abstand hinauffuehrt, verzichten wir lieber auf den Aufstieg und gehen am Boden 14 km wandern durch diese einzigartige Landschaft. Dabei begegnen uns die gruenen rick-necked parrots, die ein bisschen an die Halsbandsittiche in Koeln erinnern. Eine Steigerung der Baumhoehe ist auch noch drin: beim Tree Top Walk im Valley of the Giants laeuft man ueber eine schwankende, haengebrueckenartige Konstruktion in 40 m Hoehe durch die Baumwipfel. Und die hoechsten Tingle Trees ueberragen uns noch einmal um 40 m - es sind echte Mammutbaeume, die es nur in diesem Teil der Welt gibt. Manche bringen es auf einen Stammdurchmesser von 16 m, das ist wirklich beeindruckend. Man steht im Wald und staunt nur noch. Mit Denmark erreichen wir wieder die Kueste. Auch diese Stadt ist nicht etwa nach dem Land benannt, sondern nach einer Person gleichen Namens. Nichtsdestotrotz gibt es hier auch einen Bornholm Beach ... Ein bisschen seltsam sind sie schon, die Australier! Hier finden wir ein traumhaftes kleines Ferienhaus, das umgerechnet pro Nacht nur 80 Euro kostet und damit guenstig ist, in dem wir fuer zwei Tage bleiben. Es ist komplett ausgestattet, mit voll eingerichteter Kueche und Waschmaschine (inklusive Waschpulver!), genau das Richtige fuer die Halbzeit unserer Reise, denn so koennen wir ohne groessere Umstaende endlich mal waschen. Und bei angenehmen 36 Grad wird die Waesche auch schnell trocken! In der Umgebung gibt es ein Weingut, auf dem gleich zwei Berner Senner leben. Wir nehmen also die Anreise ins Niemandsland auf uns, nur um die zwei Hunde zu sehen. Der Wein interessiert uns gar nicht so. Wir kaufen dennoch aus Hoeflichkeit eine Flasche und sind angenehm ueberrascht, als wir sie zum Abendessen oeffnen: der ist richtig gut! Aber was soll man von Berner-Besitzern auch anderes erwarten? Eigentlich wollen wir hier in der Umgebung auch ein bisschen wandern, aber das muss bei den Temperaturen nicht sein - die Gigantenwaelder haben wir naemlich hinter uns gelassen und hier gibt es nur noch nackte Granitfelsen und statt Baeumen! Und jetzt geht"s weiter nach Albany!

Eingestellt von gisi 17.01.2010 17:57 Archiviert in Australien

RUND UM PERTH

Seeloewen und Quokkas

sunny 25 °C
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Die isolierteste Bundesstaat-Hauptstadt der Welt empfaengt uns mit wunderbaren 33 Grad. Kein Grund zu bleiben - wir muessen 250 km weiter in den Norden. Dort wartet der Nambung NP auf uns, die "Pinnacle Desert" mit ihren jahrtausendealten Felsformationen. Der Insider weiss: abends ist das Licht zum Fotografieren am besten (und ausserdem spart man den Eintritt), also fahren wir kurz vor Sonnenuntergang raus. Mitten in der Duenenlandschaft erstreckt sich ein riesiges Meer aus Kalksteinnadeln verschiedener Groesse und Gestalt, geformt von Wind und Regen. Schade, dass sie eines Tages nicht mehr da sein werden. Schoen, dass wir alle dieses traurige Ereignis nicht mehr miterleben werden. Der Blick ueber die Hinkelsteine ist durchaus beeindruckend, im Abendsonnenschein glaenzen sie beinahe rosa. Herrlich kitschig. Uebrigens warnen hier Strassenschilder vor querenden Kaengurus, Emus und Echidnas. Und kaum beschwere ich mich, dass von den Viechern weit und breit nichts zu sehen ist, als zwei Westliche Graue Riesenkaengurus kurz vor uns ueber die Strasse hoppeln ... Es gibt keine Zufaelle, wuerde ich sagen. Im Nachbarort von Cervantes - benannt nicht etwa nach dem spanischen Poeten, sondern einem gesunkenen Walfaenger - einem Hummerfischer-Staedtchen namens Jurien, gibt es eine ganz besondere Attraktion: die Fahrt zu vorgelagerten Inseln mit Seeloewenkolonien und Schnorcheln mit den Tieren! Natuerlich sind wir an Bord. Kein Vertun, die "Turquoise Coast" verdient ihren Namen. Das Wasser schimmert in den herrlichsten Tuerkistoenen! Und da Seeloewen wissen, wo es schoen ist, liegen sie faul an einem schneeweissen Strand herum, belaestigt nur von ein paar kleinen Pinguinen. Doch dann kommen die Touristen und das bedeutet: playtime!!! Auf ein Pfeifen und Klatschen unseres Guides schwimmen sie in Richtung unseres kleinen Botts, das etwa 100 m von ihrer Insel entfernt ankert. Und dann heisst es fuer alle an Bord: Flossen und Schnorchel an und ab ins Wasser! Es dauert nicht lange, bis die Seeloewen bei uns sind und mit uns unter Wasser ihre Spielchen machen. Wie Torpedos schiessen sie um uns herum, verrenken und verdrehen sich, kommen ganz nah und starren uns neugierig an. Sie scheinen sogar zu grinsen! Manche Leute haben Unterwasserkameras dabei, denen schwimmen sie genau vor die Linse und beschnuppern sie. Unglaublich suess und ein unvergesslicher Ausflug.
260 km weiter suedlich. Von Fremantle setzen wir ueber nach Rottnest Island, einer Insel mit zuckergussweissen Straenden und ein wunderbares kleinen Paradies fuer einen Tagesausflug. Keine Wolke am knallblauen Himmel, das sieht gut aus. Vor Ort mietet man sich ein Fahrrad - die Insel ist autofrei - und wir fahren natuerlich den grossen Loop, 25 km. Der stramme Gegenwind sorgt fuer noch strammere Waden. Aber die Straende - ein Traum! Schneeweisser Sand, ein Meer in Gruen, Blau und Tuerkis und fast kein Mensch in Sicht! So schnell kann man ins Paradies kommen, ganz ohne Sprengstoffguertel. Unterwegs begegnet man den wahren Inselbewohnern, den Quokkas. Von den ersten Entdeckern als Ratten verkannt (die Hollaender, typisch!), sind es in Wahrheit Kurzschwanzkaengurus und heute leider eine bedrohte Art, auch wenn die Insel davon wimmelt. Und immer wieder strampeln, tolle Farben, schwimmen gehen ... Als wir wieder auf die Faehre steigen, kann uns nur der Gedanke troesten, dass in der Little Creatures Brewery in Fremantle heute abend ein leckeres Kaenguru-Gulasch auf uns wartet!

Eingestellt von gisi 11.01.2010 02:10 Archiviert in Australien

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